Lesungen - Kabarett - Märchen

Sven j. Olsson liest

Seit Herbst 2016 bin ich wieder vermehrt auch auf der Bühne unterwegs. So lese ich meine Geschichten aus Indien, die unter "No Problem, Sir!" zu einem Buch geworden sind; aus der Satire "Gedächtnisabend - Über den Suizid" und der Abend wird mehr zu einem Kabarettabend denn eine Lesung; und mit dem Kollegen und Freund Ayman Lathkani bin ich als Märchenerzähler in dem Duo "Al Hakawatian" unterwegs und lese arabische Märchen auf arabisch und deutsch.

Bei Interesse einfach eine kurze Mail an olsson@olsson.de.

Geschichten aus Indien (Lesung)

Anläßlich der sechsten India Week in Hamburg, vom 2. bis 8. November 2015 las ich aus meinem Buch "No Problem, Sir!". Es sind Geschichten aus und über "the incredible india". Momentaufnahmen aus einem wundervollen Land, die von den Merkwürdigkeiten und Besonderheiten des indischen Alltags erzählen.

Die Topographie der Hölle - Walter Mehring Lesung

Walter Mehring, einer der bedeutendsten und unbequemsten Autoren der 20er und 30er Jahre, war nach dem Kriege "kein vergessener, sondern ein ungedruckter Autor" (Eberhard Adamzig). Vielmehr noch - er war ein ungelesener Autor. Vergessen, zum Leben "in den kleinen Hotels" verdammt, nur davongekommen, was "man uns nie verzeihen wird" (so Mehring), war er ein Meister des Wortes, der an jeder Silbe wieder und wieder feilte; dessen Lyrik von Kollegen wie Kurt Tucholsky hoch geschätzt wurde; und der neben Gedichten und Chansons, Reportagen und Erzählungen, auch vier großartige Romane schrieb.

Sein letzter Roman "Topographie einer Hölle" erlitt sein Schicksal vor der Veröffentlichung: Das 800 Seiten Manuskript ging Walter Mehring "irgendwann im Januar 1976" auf dem Weg von Zürich nach München ins Krankenhaus verloren: Sein Koffer wurde vertauscht und tauchte nie wieder auf.

Die anhand der handschriftlichen Erstfassung von etwa 400 Seiten rekonstruierten Kapitel schildern ergreifend Berlin, Paris, Wien und Marseille als Unter-Weltstädte, als Europa von den braunen Horden vergewaltigt wird. In seinem Manuskript beschreibt Walter Mehring, ironisch und beißend, aber immer als aufmerksamer Beobachter, seine Flucht vor den Nazis durch Europa: Von Berlin nach Paris, von dort nach Wien und wieder zurück nach Paris, um erneut zu fliehen, diesmal nach Marseille. Mehring landet im Internierungslager Camp de Saint Cyprien, kann entkommen und 1941 endlich endgültig europäischen Boden verlassen: Durch die Hilfe von Varian Fry erhält er eine Ausweisung sowie ein Überfahrt nach Amerika. Unter den mehr als 2000 Verfolgten, die mit Hilfe des amerikanischen Journalisten und des ERC (Emergency Rescue Committee) nach Amerika entkommen konnten, waren u.a. auch Hannah Arendt, Marc Chagall sowie Heinrich und Golo Mann.

Die "Topographie einer Hölle - Reportagen der Unter-Weltstädte" ist eine eindringliche und fesselnde Innenansicht einer Flucht vor der Barbarei.