Die Floskel 'Dumm gelaufen' von allen Seiten beleuchtet.
Kabarett mit Witz und Frechheit
Erste Eigenproduktion des Theater-Ensembles überzeugte die 85 geladenen Gäste im "Studio"
Von Christin Petschenig
Geesthacht. Spiel-Spaß in fast persönlicher Atmosphäre - dabei wurde auch das Publikum einbezogen.
"Mehr als zwei Leute auf einem Haufen bergen immer eine Katastrophe in sich", behauptete Ulrich Jacobi, Leiter des Kleinen Theaters Schillerstraße, in der Premiere seines Kabarettprogrammes "Dumm gelaufen", und von den 85 geladenen Gästen würde ihm in dem Punkt wohl keiner mehr widersprechen. Mit einer humorvollen Mischung aus satirischen Witzeleien, dramatischen Elementen und gekonnten Gesangseinlagen weihte das frischgebackene Ensemble des Kleinen Theaters in seiner ersten Eigenproduktion die neue Bühne im Keller des Theaters, das "Studio", ein. Die Themen, die Astrid Schulz, Thomas Ney und Ulrich Jacobi sowie Pianistin Sabine Pflug mit sichtlichem Spaß am Spielen schauspielerisch umsetzten, reichten von persönlichen Liebeskatastrophen über "Stille Post" in der Kaserne bis zu sarkastischen Anekdotan aus dem alltäglichen Leben. Die kleine Bühne mit einer Kapazität von 60 Sitzplätzen trug ebenso zuur heiteren Atmosphäre bei, wie das Talent der Kabarettisten mit ihrem Publikum zu kommunizieren. Nicht nur die kleine Bühne ist neu im Kleinen Theater: Das gesamte Foyer wurde in den vergangenen zwei Wochen für etwa 70 000 Euro umgestaltet. Unter Leitung von Architekt Detlev Schönfeldt wurde der Innenraum so umstrukturiert, dass er nun vor allem offener und freundlicher wirkt. Dafür wurde die Decke über dem Gastronomiebereich entfernt und die Theke in den Bereich rechts vom Haupteingang verlegt, so dass die Glasfassade zur Straße frei und im Zentrum mehr Platzfür die Gäste entsteht. Fazit von Bürgermeister Ingo Focken: "Sehr gut, die Raumaufteilung ist jetzt viel besser als vorher. Vielleicht kann Geesthacht mit dem umgebauten Theater auch ein Vorbild für andere Städte sein." Dumm gelaufen sei hier sicher nichts, bewunderten auch die übrigen Gäste den Umbau."Aber was bedeutet eigentlich der Ausdruck 'dumm gelaufen'?" fragte sich Regisseur Sven Olsson und schuf daraufhin die Grundlage für die gleichnamige abendfüllende Inszenierung, bei der vor allem die frechen Anspielungen auf Geesthachter Alltagsprobleme das Publikum zum Lachen brachten.Die vierköpfige Truppe, die sich erst vor vier Wochen formiert hat, will nun an fünf weiteren Abenden in den kommenden zwei Wochen die kleinen Schwächen der menschlichen Rasse auf die Schippe nehmen. Nächster Termin: Pfingstmontag um 20.30 Uhr. Karten gibt es für zwölf Euro (ermäßigt 8 Euro) bei Zigarren-Fries. Wer einmal bei Theaterproben dabei sein möchte, dem rät das Kabarett-Ensemble augenzwinkernd, mal im Rathaus vorbei zu schauen. Dort werde jeden Tag geprobt - und zwar der Feierabend.
(Geesthachter Zeitung, 17.05.2002)
Erst seit vier Wochen besteht das Kabarett-Ensemble des Kleinen Theaters: Astrid Schulz, Thomas Ney und Ulrich Jacobi (von links). Foto:Petschenigird